Hallen-EM: Selina bleibt im Halbfinal auf der Strecke

04.03.2019

So hatte sich Selina die Hallen-Europameisterschaften nicht vorgestellt. Statt um die Titelverteidigung zu kämpfen, musste sie das Finalrennen vom Sonntagabend von der Tribüne aus mitverfolgen. Nach einem souveränen Auftritt im Vorlauf passte im Halbfinal nicht viel zusammen.

Der Auftakt in die dreitägigen Hallen-Europameisterschaften gelang Selina Büchel, die aufgrund ihrer Saisonbestzeit von 2:00.98 Minuten als Favoritin nach Glasgow gereist war, wunschgemäss. Den Vorlauf vom Freitagmorgen entschied sie in 2:02.02 Minuten souverän für sich, womit sie die beste Zeit aller 21 Teilnehmerinnen aufstellte. Die Finalqualifikation schien lediglich Formsache, doch es kam alles anders. Gemeinsam mit Adelle Tracey (GBR), Esther Guerrero (ESP) und Renée Eykens (BEL) trat sie am Samstagabend im ersten von zwei Halbfinalläufen an. Um in den Final vorzustossen, war ein Rang unter den ersten drei gefordert – eigentlich ein machbares Unterfangen. Doch die Titelverteidigerin fand nicht ins Rennen. Sie hielt sich stets in den hintersten Positionen auf und ging weite Wege, was rückblickend wertvolle Energie kostete. Ihre Versuche, nach vorne zu kommen, waren nicht konsequent genug. Auf der Zielgerade fehlte schliesslich die Kraft und Selina wurde auf Rang drei liegend von der Britin Mari Smith ein- und überholt, womit sie die Finalqualifikation um fünf Hundertstelsekunden verpasste.

Grosse Enttäuschung

Die Enttäuschung war bei der zweifachen Hallen-Europameisterin verständlicherweise riesig. «Die Konkurrenz ist stark und erlaubt solche groben Fehler nicht. Ich bin richtig schlecht gelaufen und selber schuld, dass ich ausgeschieden bin. Das schmerzt momentan besonders.» Wie nahe Freud und Leid beisammenliegen können, hat die Toggenburgerin in ihrer Karriere bereits mehrfach erfahren. Vor zwei Jahren sicherte sie sich mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung den EM-Titel. «Solche knappen Entscheidungen zeichnen unsere Disziplin aus, dass auch mal eine Favoritin im Halbfinal scheitert, gehört dazu.» Im Hinblick auf den Sommer bleibt dennoch viel Positives hängen. «Ich habe im letzten Halbjahr grosse Fortschritte erzielt, vor allem auch im mentalen Bereich, und bin wieder nahe an die 2-Minuten-Grenze herangelaufen. Ich hoffe, dass ich eine Lektion gelernt habe und in Zukunft auch von dieser negativen Erfahrung profitieren kann.» Nach einer einwöchigen Trainingspause nimmt Selina den Aufbau für die Sommersaison in Angriff.

Resultate

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