Saisonrückblick

04.10.2019

Nach über 10 Jahren, in denen ich bei meinen Trainern Marlis und Urs Göldi trainiert habe, blicke ich nun auf meine erste Saison mit Louis Heyer als Coach zurück. Das Training hat sich nicht grundlegend verändert und doch erwarteten mich einige neue Reize.

Das Aufbautraining über den Winter lief sehr gut. Ich konnte reibungslos trainieren, absolvierte ein mehrwöchiges Trainingslager in Südafrika sowie mehrere Trainingsblöcke in Magglingen und bekam auch meine Atmungsprobleme vom Sommer 2018 immer besser in den Griff. Meine Form in der Indoor-Saison war gut und mit meiner Saisonbestzeit von 2:00,98 Minuten war ich sehr zufrieden. An den Hallen-Europameisterschaften in Glasgow musste ich jedoch eine riesige Enttäuschung hinnehmen. Mit einer taktisch schlechten Leistung schied ich als eine Favoritin überraschend im Halbfinal aus.

Höhentraining endet jäh

Wir entschieden uns dafür, in diesem Jahr einen Versuch mit zwei Höhentrainingslagern in St. Moritz zu wagen. Beide Male war ich nach diesen Trainingsblöcken in der Höhe total erschöpft. Im Juli wurde ich sogar krank und brauchte den ganzen Monat August, um mich wieder an den Trainingsalltag zurückzutasten. In dieser Zeit vermisste ich das Training, die Wettkämpfe und auch das Gefühl, den Körper an die Grenzen zu bringen, sehr. Doch ich spürte, dass mein Körper viel Erholung und Ruhe brauchte und gab ihm die nötige Zeit. Ich entschied mich dennoch dafür, die Saison fortzusetzen und alles dafür zu geben, um bis zu den Weltmeisterschaften in Doha in der bestmöglichen Verfassung zu sein. Vergleiche mit früher liess ich beiseite und freute mich umso mehr an jedem noch so kleinen Schritt nach vorne. Bereits nach wenigen Trainingseinheiten konnte ich bei Weltklasse Zürich von Ende August eine Saisonbestzeit aufstellen, worüber ich extrem erleichtert war.

Vorlaufaus an der WM in Doha

Mit viel Lockerheit und grosser Motivation konnte ich im September wieder im normalen Umfang trainieren. Ich machte schnell Fortschritte und startete mit grosser Zuversicht in den WM-Vorlauf. Dabei lief ich ein offensives Rennen, kämpfte bis zum Schluss und  schied dennoch bereits im Vorlauf aus. Im ersten Moment war die Enttäuschung riesig. Rasch jedoch wich sie einer grossen Zufriedenheit. Ich hatte die Möglichkeit, gesund in Doha an den Start zu gehen. Ich durfte das taktische Spiel einer Meisterschaft spielen, hoffen und für die Erfüllung meines Traums kämpfen. Das war ein weiterer kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Mit Vorfreude und Zuversicht in die Olympiasaison

Ich bin extrem dankbar für all die Erfahrungen, die ich in diesem Jahr machen durfte. Sie haben mich als Mensch und als Athletin weitergebracht. Nun geniesse ich meine Saisonpause und blicke bereits voller Vorfreude und Zuversicht auf das Aufbautraining für die Olympia-Saison 2020.

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